Zum Inhalt springen
☁️ Kostenloser Versand Deutschlandweit · Mindestbestellwert 99,99 € · Bis 13 Uhr bestellt – Lieferung am selben Tag · Seit 2011 · 94-mal ausgezeichnet
Anfänger Ratgeber

Selbstwickler werden: Einstieg ins RTA-Wickeln

Veröffentlicht am 6. Juli 2026

Abstraktes Rauchmuster vor schwarzem Hintergrund, sinnbildlich für den Einstieg ins Selbstwickeln

Wer sich länger mit dem Dampfen beschäftigt, stößt früher oder später auf das Thema Selbstwickeln. Statt fertige Verdampferköpfe zu kaufen, baust Du den Heizdraht selbst in einen sogenannten RTA ein. Das klingt zunächst nach viel Aufwand — ist aber mit der richtigen Herangehensweise gut zu erlernen und bietet spürbare Vorteile.

Was ist ein RTA überhaupt?

RTA steht für “Rebuildable Tank Atomizer” — ein Verdampfer, bei dem Du den Heizdraht (Coil) selbst auf eine sogenannte Bridge oder Deck-Konstruktion wickelst, statt einen fertigen Austausch-Coil einzuschrauben. Der RTA funktioniert dabei wie ein normaler Tank: Er hat ein Liquidreservoir, aus dem der selbstgewickelte Coil über Watte gespeist wird.

Warum überhaupt selbst wickeln?

  • Kostenersparnis auf Dauer: Draht und Watte sind in größeren Mengen deutlich günstiger als regelmäßig fertige Coils
  • Volle Kontrolle über den Widerstand: Du bestimmst selbst, mit welchem Ohm-Wert Du dampfst
  • Individuelles Geschmackserlebnis: Manche Selbstwickler empfinden den Geschmack bei sauber gewickelten Coils als intensiver und reiner
  • Technisches Verständnis: Wer selbst wickelt, versteht die Zusammenhänge von Widerstand, Leistung und Geschmack deutlich besser

Was Du zum Einstieg brauchst

AusrüstungZweck
RTA (Rebuildable Tank Atomizer)Basis-Gerät für die eigene Wicklung
Wickeldraht (z. B. Kanthal für Einsteiger)Material für den Heizdraht
Bio-BaumwolleWicking-Material für die Liquidzufuhr
Wickelschere/SeitenschneiderZum präzisen Zuschneiden des Drahts
Schraubendreher-Set (meist im Lieferumfang)Zum Befestigen des Coils am Deck
Ohmmeter bzw. Akkuträger mit WiderstandsanzeigeZur Kontrolle des gewickelten Widerstands

Die Grundschritte des Wickelns

  1. Draht auf eine Wickelnadel wickeln, um gleichmäßige Windungen zu erzeugen
  2. Den fertigen Coil am Deck des RTA befestigen und mittig ausrichten
  3. Den Coil “trocken befeuern”, um ihn gleichmäßig glühen zu lassen und die Form zu stabilisieren
  4. Watte einziehen, sodass sie den Coil berührt, aber nicht zu straff sitzt
  5. Watte kürzen und in die Liquidkanäle des Decks einlegen
  6. Tank befüllen und einige Minuten warten, bevor der erste Zug erfolgt

Für Einsteiger geeignete Coil-Typen

Wer neu im Selbstwickeln ist, sollte mit einer einfachen, einzelsträngigen Wicklung aus Kanthal-Draht starten. Kanthal ist unkompliziert zu verarbeiten und verzeiht kleine Fehler besser als komplexere Drahttypen oder Mehrfachwicklungen, die erfahreneren Selbstwicklern vorbehalten bleiben sollten.

Sicherheitsaspekte beim Selbstwickeln

Da beim Selbstwickeln der Widerstand selbst bestimmt wird, ist ein grundlegendes Verständnis von Ohm und Watt unerlässlich, um das Gerät nicht außerhalb sicherer Leistungsbereiche zu betreiben. Eine gute Grundlage dazu bietet der Artikel Watt und Ohm einfach erklärt. Auch der grundsätzliche Umgang mit Akkus verdient beim Selbstwickeln besondere Aufmerksamkeit, da hier direkter mit Widerstandswerten gearbeitet wird — mehr dazu in Akkusicherheit: Grundlagen für Einsteiger.

Lohnt sich der Einstieg für Dich?

Selbstwickeln ist kein Muss, um gut zu dampfen — die allermeisten Dampfer sind mit fertigen Coils bestens bedient. Der Einstieg lohnt sich vor allem für alle, die technisches Interesse mitbringen, regelmäßig und in größerem Umfang dampfen und langfristig Kosten sparen möchten. Für gelegentliche Dampfer oder reine Einsteiger ist ein fertiger Verdampferkopf meist die praktischere Wahl.

Häufige Anfängerfehler beim Selbstwickeln

  • Zu enge oder zu lockere Wicklungen: Ungleichmäßige Abstände zwischen den Windungen führen zu ungleichmäßiger Erhitzung und schlechterem Geschmack
  • Zu viel oder zu wenig Watte: Zu viel Watte erschwert die Liquidzufuhr, zu wenig führt zu schnellem Trockenbrennen
  • Coil nicht mittig ausgerichtet: Ein schief sitzender Coil kann am Gehäuse anliegen und einen Kurzschluss verursachen
  • Wattzahl ohne Bezug zum tatsächlichen Widerstand gewählt: Führt zu Über- oder Unterhitzung des Coils

Der Umstieg von fertigen Coils zum Selbstwickeln

Wer bisher ausschließlich fertige Verdampferköpfe genutzt hat, sollte den Umstieg nicht überstürzen. Es empfiehlt sich, zunächst mit einem einfachen RTA und einer simplen Einzelwicklung zu üben, bevor komplexere Aufbauten mit mehreren parallelen Coils in Angriff genommen werden. Die ersten Wicklungen gelingen selten perfekt — das ist normal und Teil der Lernkurve, die praktisch jeder Selbstwickler durchläuft.

Pflege und Wartung des RTA

Ein selbstgewickelter RTA benötigt etwas mehr Pflege als ein fertiger Verdampferkopf: Die Watte sollte bei jedem Aromawechsel erneuert werden, und der Coil selbst muss nach einigen Wochen Nutzung neu gewickelt werden, sobald der Geschmack nachlässt oder sich Ablagerungen auf dem Draht bilden. Diese regelmäßige Wartung ist der Preis für die zusätzliche Kontrolle und Kostenersparnis, die das Selbstwickeln mit sich bringt.

Fazit

Der Einstieg ins RTA-Wickeln erfordert etwas Übung und Grundwissen zu Widerstand und Leistung, ist aber mit der richtigen Ausrüstung gut erlernbar. Wer regelmäßig dampft und Interesse an der Technik dahinter hat, profitiert von geringeren Kosten, individuellerem Geschmack und einem tieferen Verständnis für das eigene Setup. Für alle anderen bleiben fertige Coils die unkompliziertere Alternative.

#selbstwickler#rta#wickeln#fortgeschritten